Unterabschnittsübung in St. Pölten-Wagram – Brand in der Landesgesundheitsagentur

Unterabschnittsübung in St. Pölten-Wagram – Brand in der Landesgesundheitsagentur

  • On 1. Juli 2026

Am Montag, den 29. Juni 2026 fand ab 19 Uhr eine Unterabschnittsübung im Einsatzbereich von St. Pölten-Wagram statt – und das bei Temperaturen, die auch ohne Einsatzmontur kaum erträglich waren.

Das Übungsszenario

Das angenommene Szenario: In der Tiefgarage der Landesgesundheitsagentur (LGA) in St. Pölten-Wagram bricht ein Brand aus, bei dem sich der Rauch allmählich über das Stiegenhaus auf die Büroräumlichkeiten ausbreitet. Mehrere Personen sind vermisst – verteilt auf den Keller, das zweite und das dritte Obergeschoss. Das Alarmbild für die teilnehmenden Feuerwehren lautete schlicht: „Brand in der LGA.”

Eintreffen und Lagebild

Als örtlich zuständige Feuerwehr rückte die FF St. Pölten-Wagram als erste aus und begann sofort mit der Lagekundung. Noch während dieser Erkundungsphase trafen die weiteren alarmierten Feuerwehren ein. Mit insgesamt 12 Fahrzeugen waren folgende Wehren vor Ort:

  • FF St. Pölten-Wagram
  • FF St. Pölten-Ochsenburg
  • FF St. Pölten-Stattersdorf
  • FF St. Pölten-Spratzern
  • FF St. Pölten-St. Georgen

Um die Übung so realistisch wie möglich zu gestalten, wurde die Tiefgarage mit mehreren Nebelmaschinen eingenebelt – denn Sicht ist im Ernstfall das erste, was fehlt.

Die Tücken steckten im Detail

Eine gute Übung fordert – und genau das taten die Übungsverantwortlichen. Einige gezielte „Gemeinheiten” sorgten dafür, dass die Einsatzkräfte nicht einfach nach Schema F vorgehen konnten:

Der nächstgelegene Hydrant war ausgerechnet an diesem Tag außer Betrieb – die Wasserversorgung musste daher direkt aus dem Fluss sichergestellt werden, was einen erheblichen Mehraufwand bedeutete.

Eine der vermissten Personen steckte nicht in den Büroräumen oder im Keller, sondern im Lift fest – eine Situation, die im Eifer des Gefechts leicht übersehen werden kann und besondere Aufmerksamkeit erforderte.

Und als wäre das nicht genug: Eine brennende Person kam aus dem Gebäude gerannt und musste sofort mit einer Löschdecke gesichert und erstversorgt werden – keine Zeit zum Nachdenken, nur Handeln. Genau für solche Momente trainieren wir.

Denn der Ernstfall kündigt sich nicht an – und genau deshalb machen solche unerwarteten Szenarien den Unterschied zwischen einer Routineübung und einer wirklich wertvollen Ausbildung.

Wasserversorgung und Einsatzleitung

Parallel zur Menschenrettung und Brandbekämpfung wurde die Einsatzleitung aufgebaut – ein oft unterschätzter, aber entscheidender Teil bei Großbränden. Sie unterstützt den Einsatzleiter, nimmt Informationen auf und übernimmt die Koordination der eingesetzten Kräfte, sobald die Lage es erfordert.

Herausforderung Hitze

Besondere Anerkennung verdienen die Atemschutztrupps: Bei über 32 Grad Außentemperatur am Abend – in voller Montur und kompletter persönlicher Schutzausrüstung – war allein das Tragen der Ausrüstung eine erhebliche körperliche Belastung. Insgesamt waren über 60 Freiwillige im Einsatz, die dafür ihre Freizeit geopfert haben. Das verdient Respekt.

Ergebnis

Die Übung verlief erfolgreich – alle vermissten Personen konnten gefunden, die Brandbekämpfung erfolgreich durchgeführt werden. Die bewährt gute Zusammenarbeit zwischen den Nachbarfeuerwehren wurde einmal mehr unter Beweis gestellt und weiter gefestigt.

Nachbesprechung – und ein herzliches Dankeschön

Nach Versorgung der Fahrzeuge und Geräte trafen sich alle teilnehmenden Kameradinnen und Kameraden im Feuerwehrhaus St. Pölten-Wagram zur gemeinsamen Übungsnachbesprechung. Das Vorgehen wurde analysiert, mögliche Verbesserungen offen besprochen – und dann kam das verdiente Ende eines langen, heißen Abends: Die Landesgesundheitsagentur stellte dankenswerterweise eine Stärkung für alle Beteiligten zur Verfügung. Eine schöne Geste, die sehr geschätzt wurde!

Ein großes Dankeschön an alle über 60 Kameradinnen und Kameraden der teilnehmenden Wehren, die an einem der heißesten Abende des Jahres gezeigt haben, was Freiwilligkeit wirklich bedeutet – und an die LGA für die Gastfreundschaft!