Abarbeiten von Verkehrsunfällen mit eingeklemmter Person

Abarbeiten von Verkehrsunfällen mit eingeklemmter Person

  • On 24. Juni 2026

Am 11. und 18. Juni standen zwei Zugsübungen der FF St. Pölten-Wagram ganz im Zeichen der Standardeinsatzregel (SER) für Verkehrsunfälle mit eingeklemmter Person.

Die Übungsausarbeiter Rainer Horvath und Maximilian Huber hatten sich für diese zwei Einheiten viel vorgenommen: Neben dem gesamten Ablauf einer technischen Hilfeleistung lag der Schwerpunkt auf der Stabilisierung von Fahrzeugen in Seitenlage und Dachlage, dem Einsatz des Stabilisierungssystems LUKAS LX-STRUT sowie dem sicheren Umgang mit sämtlichen Geräten der technischen Hilfeleistung. Dem ging eine gründliche Vorbereitung voraus – mit dem Studium von Fachliteratur sowie einer „Train the Trainer”-Einheit, um optimal auf die Übungen vorbereitet zu sein.

Zu Beginn wurde die Standardeinsatzregel mit allen Teilnehmern wiederholt und besprochen. Dabei wurden auch Rettungskarten für verschiedene Fahrzeuge erklärt sowie das Einsatztablet der FF vorgestellt. Über eine App lassen sich im Ernstfall Fahrzeugdaten abrufen – Antriebsart, Lage von Seitenaufprallschutz, Airbags, Gasgeneratoren und, gerade bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen immer relevanter, die genaue Lage von Akkus, Hochvoltleitungen und Hochvoltbauteilen.

Anschließend hieß es: Helm auf, PSA vollständig anlegen, Infektionshandschuhe unter die Einsatzhandschuhe – wir trainieren, wie wir kämpfen!

Als erste praktische Aufgabe wurde eine Geräteablage aufgebaut. Die Teilnehmer zogen dazu aus einem Helm ein Kärtchen mit einem Ausrüstungsgegenstand, holten diesen aus dem Rüstlöschfahrzeug und legten ihn geordnet auf der Gerätablage-Plane ab. Dies wurde routiniert und zügig abgearbeitet.

Danach ging es an die Übungsfahrzeuge: Zwei Pkws lagen in unterschiedlichen Lagen bereit – eines auf der Seite, eines auf dem Dach. Ziel war es, das LUKAS LX-STRUT-System intensiv zu üben. Denn um dieses im Einsatz sicher beherrschen zu können, müssen die speziellen Stützen zur Fahrzeugstabilisierung immer wieder trainiert werden – Übung macht bekanntlich den (Einsatz-)Meister. Ergänzend wurden StabPacks eingesetzt, um die Fahrzeuge zu unterbauen und anschließend erschütterungsfrei arbeiten zu können – ein besonders wichtiger Punkt bei der Rettung eingeklemmter Personen.

Um den Mehrwert beider Übungen zu maximieren, bearbeiteten die Züge unterschiedliche Szenarien:

1. Zug – Pkw in Seitenlage: Das Fahrzeugdach wurde abgeklappt.

2. Zug – Pkw auf dem Dach: Es wurde eine große Seitenöffnung hergestellt.

Bei beiden Szenarien wurde großer Wert auf Sicherheit, Teamwork und vorausschauendes, Hand-in-Hand-Arbeiten gelegt.

Abschließend wurden die Übungsfahrzeuge gemeinsam weggeräumt, der Übungsplatz sauber hinterlassen und alle Ausrüstungsgegenstände im Einsatzfahrzeug an ihren Platz verstaut – damit im hoffentlich selten eintretenden Ernstfall alles griffbereit ist und alle Szenarien routiniert abgearbeitet werden können.