Weitläufiger Vegetationsbrand zur Rush-Hour legt Westbahnstrecke lahm
- On 9. April 2026
Lage bei Eintreffen
Nach einer mehrtägigen Trockenperiode und strahlendem Sonnenschein war die Vegetation entlang der Bahndämme bereits Anfang April massiv ausgetrocknet. In einer solchen Wetterlage reicht oft ein kleiner Funke, um einen Brand zu entfachen. Und tatsächlich: Am Mittwochnachmittag, den 8. April 2026, wurde die Freiwillige Feuerwehr St. Pölten-Wagram um 17:01 Uhr zu einem Böschungsbrand im Bereich des Eisenbahnknotens Wagram alarmiert.
Bereits auf der Anfahrt war eine massive Rauchentwicklung sichtbar. Das Feuer erstreckte sich über eine beachtliche Länge von zwei bis drei Kilometern. Da sich die Brandherd-Kette von St. Pölten bis in Richtung Tullnerfeld zog, waren sowohl die alte als auch die neue Weststrecke unmittelbar betroffen. Der Knoten Wagram ist hierbei ein kritischer Punkt, da dort die Hochleistungsstrecke in die alte Trassenführung einmündet – somit waren beide Hauptverkehrsadern blockiert.
Umfangreiche Sperrmaßnahmen und Warten für die Zuggäste
Aufgrund der massiven Brandgefahr, der Sichtbehinderung durch Rauch sowie zur Sicherheit der eingesetzten Einsatzkräfte musste der gesamte Zugverkehr im betroffenen Abschnitt ab ca. 16:30 Uhr komplett eingestellt werden. Dies führte mitten in der Rushhour zu erheblichen Verzögerungen.
Die ÖBB richteten umgehend einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein, während hunderte Pendler auf die Freigabe der Strecke warteten. Ein Detail am Rande: Auch einige Wagramer Feuerwehrmitglieder, die gerade auf dem Heimweg von ihren Arbeitsstätten in Wien waren, saßen in den blockierten Zügen fest und konnten ihre Kameraden am Einsatzort erst nach der Streckenfreigabe unterstützen.
Einsatzverlauf
Die Brandbekämpfung selbst erfolgte unter der Leitung der örtlich zuständigen Freiwilligen Feuerwehr Ratzersdorf. Nach der notwendigen Freigabe der Gleisbereiche durch den ÖBB-Einsatzleiter (eine Erdung der Oberleitungen war nicht erforderlich) übernahmen die Löschgruppen der FF St. Pölten-Wagram die direkte Brandbekämpfung.
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Löschangriff: Einsatz von zwei C-Leitungen zur schnellen Eindämmung der Flammen an der Böschung.
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Sicherung: Durch das rasche Eingreifen konnte eine weitere Ausbreitung des Feuers auf angrenzende Flächen erfolgreich verhindert werden.
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Kontrolle: Mittels Wärmebildkamera wurde das gesamte Areal auf verbliebene Glutnester kontrolliert, um ein Wiederaufflammen bei der herrschenden Trockenheit auszuschließen.
Einsatzende und Ursache
Gegen 18:19 Uhr konnte der Zugbetrieb schrittweise wieder aufgenommen werden. Um 18:30 Uhr rückten unsere Kräfte schließlich wieder ein. Im Nachgang musste das benutzte Material gereinigt und die Einsatzbereitschaft wiederhergestellt werden, was bis etwa 19:00 Uhr dauerte.
Als Brandursache wird derzeit ein technisches Gebrechen an einem vorbeifahrenden Zug vermutet, der durch Funkenflug oder heißgelaufene Teile die trockene Vegetation an mehreren Stellen gleichzeitig entzündete. In Summe waren an den verschiedenen Brandstellen entlang der Bahnstrecke acht Freiwillige Feuerwehren gleichzeitig im Einsatz.
Dankeschön Ein herzliches Dankeschön gilt allen eingesetzten Kräften für die professionelle, fächerübergreifende Zusammenarbeit sowie der Freiwilligen Feuerwehr Ratzersdorf für die Einsatzleitung. Ebenso danken wir der Bevölkerung und den betroffenen Fahrgästen für ihre Geduld und ihr Verständnis während der notwendigen Sperre.
