Brandmeldeanlagen und Formalexerzieren
- On 3. Februar 2026
Am Donnerstag, dem 29. Jänner, stand bei der Freiwilligen Feuerwehr St. Pölten-Wagram ein abwechslungsreicher Übungsabend auf dem Programm. Thematisch widmete sich die Mannschaft zwei Schwerpunkten: dem richtigen Vorgehen bei Brandmeldeauslösungen sowie dem formalen Exerzieren im Zug.
Schwerpunkt 1: Taktik bei Brandmeldeanlagen (BMA)
Da es im Einsatzgebiet der Feuerwehr Wagram viele Firmen, Industriegebäude und Sportanlagen gibt, gehören Alarme durch automatische Brandmeldeanlagen zum Alltag. Auch wenn es sich erfahrungsgemäß oft um Täuschungsalarme handelt, wurden die Standard-Einsatzregeln besprochen und gefestigt. Das Ziel: Ein standardisierter Ablauf, der jederzeit auf ein größeres Szenario skaliert werden kann.
Der Ablauf wurde wie folgt durchgegangen:
- Lagebild erstellen: Nach dem Eintreffen wird die Brandmeldezentrale (BMZ) aufgesucht, um festzustellen, welcher Melder (Rauch, Hitze oder Druckknopf) wo ausgelöst hat.
- Erkundung: Der Einsatzleiter geht mit einem Atemschutztrupp zur Erkundung vor. Der Trupp ist dabei bereits für einen möglichen Innenangriff ausgerüstet.
- Koordination: Meist trifft innerhalb von 30 Minuten eine zuständige Person (Brandschutzbeauftragter) ein.
- Eskalation: Sollten Anzeichen wie Rauch oder Berichte von Personen den Verdacht auf einen echten Brand erhärten, wird die Alarmstufe sofort erhöht.
Ein wichtiger Teil der Übung war auch das richtige Lesen von Brandschutzplänen, um die ausgelösten Melder in den oft weitläufigen Gebäuden schnell zu finden, sowie das technische Rückstellen der Anlage.
Wichtiges Verhalten im Ernstfall
Im Zuge der Schulung wurde auch auf das richtige Verhalten bei einer Evakuierung hingewiesen: Sobald der Alarm ertönt, ist das Gebäude zügig, aber koordiniert über die markierten Fluchtwege zu verlassen. Persönliche Gegenstände (Rucksäcke etc.) sollten zurückgelassen werden. Alle Personen müssen sich am Sammelplatz einfinden, damit Vollzähligkeit geprüft werden kann.
Schwerpunkt 2: Exerzieren und Auftreten
Der zweite Teil der Übung fand im Freien statt und widmete sich dem „Exerzieren“. Auch wenn dies bei der Feuerwehr weniger streng gehandhabt wird als beim Bundesheer, ist ein einheitliches Auftreten essenziell für die Außenwirkung.
Geübt wurden das Marschieren in der Gruppe, das Befolgen von Kommandos und die korrekten Abläufe. Dies stellt sicher, dass die Feuerwehr bei offiziellen Anlässen wie Begräbnissen, Staatsveranstaltungen oder Feierlichkeiten ein professionelles und geschlossenes Bild abgibt.
Ein herzlicher Dank gilt den Ausarbeitern der Übung für die lehrreiche Gestaltung des Abends.
