Schneechaos im Bezirk: 10 Wintereinsätze halten die FF Wagram in Atem
- On 20. Februar 2026
Mehr als 20 Zentimeter Neuschnee und anhaltender Schneefall verwandelten die Straßen in und um St. Pölten am heutigen Freitag in eine enorme logistische Herausforderung. Während im gesamten Bezirk der Winteralarmplan aktiviert wurde und rund 30 Feuerwehren im Dauereinsatz standen, verzeichnete auch die Freiwillige Feuerwehr St. Pölten-Wagram einen wahren Einsatztag der Superlative: Insgesamt 10 Wintereinsätze forderten von unserer Mannschaft alles ab.
Ein Vormittag voller “Drecksarbeit” und Millimetergefühl Der Tag begann früh und arbeitsintensiv. Den Auftakt machte die Bergung eines Sattel-LKWs, der bei einer Lebensmittellieferung in den Straßengraben gerutscht war. Mit Hilfe der Seilwinde und schweißtreibender Handarbeit im tiefen Schnee und Matsch konnte das Schwerfahrzeug schließlich befreit werden.
Gegen 7:00 Uhr eskalierte die Lage auf den Hauptverkehrsadern: Auslösung des Sonderalarmplans “Winter Westautobahn”. Unser Rüstlöschfahrzeug musste Schneeketten anlegen und kämpfte sich durch das Stadtgebiet zur Raststation. Von dort aus fuhren wir – unter strengen Sicherheitsvorkehrungen – entgegen der Fahrtrichtung (Fahrtrichtung Wien) auf die Autobahn auf, um zu den hängengebliebenen Schwerfahrzeugen vorzudringen. Bei einem der festsitzenden Sattel-LKWs war absolute Geduld gefragt: Der Fahrer hatte versucht, Schneeketten aufzuziehen, wobei eine Kette tief zwischen die Zwillingsreifen gerutscht war. Es war eine regelrechte “Gefutzel”-Arbeit unserer Kameraden, das verklemmte Metall unter widrigsten Bedingungen zu lösen, bevor der LKW abgeschleppt werden konnte.
Schwerstarbeit auf der B1 Parallel dazu entwickelte sich auf der B1 zwischen St. Pölten und Gerersdorf ein weiteres Großszenario. Ein voll beladener LKW eines St. Pöltner Baumarktes musste einem Schneepflug ausweichen und landete tief im Straßengraben. Die Mannschaft baute einen massiven Zug mit drei Seilwinden auf. Trotz des aufwendigen Einscherens über Umlenkrollen steckte das Schwerfahrzeug so tief im Schnee und Bankett, dass wir es allein nicht auf die Straße zurückziehen konnten. Hier musste schließlich das Kranfahrzeug der FF St. Pölten-Stadt, das heute ebenfalls im absoluten Dauereinsatz stand, zur Unterstützung angefordert werden.
Dazwischen rückten unsere Fahrzeuge immer wieder zu diversen PKW-Bergungen und kleineren Hilfeleistungen aus, bis der Vormittags-Marathon gegen 11:30 Uhr vorerst ein Ende fand.
Nachmittagseinsatz auf der S33 Die Verschnaufpause war nur von kurzer Dauer. Am Nachmittag forderte die ASFINAG unsere Unterstützung auf einer Raststation der S33 an, wo mehrere Sattel-LKWs feststeckten. Mit geballter Kraft machten wir uns an die Arbeit. Ein voll beladener Silo-Sattelzug konnte mit dem HLF3 und einer Schleppstange rasch flottgemacht werden. Um den nötigen Platz für das Rangiermanöver zu schaffen, musste zuvor sogar ein Verkehrszeichen mit der Flex entfernt werden. Einen weiteren feststeckenden LKW schleppten wir anschließend erfolgreich mit dem RLFT und der Schleppstange ab.
Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz Als die Fahrzeuge am späten Nachmittag wieder ins Feuerwehrhaus einrückten, war die Arbeit noch nicht getan. Eine intensive und ausgiebige Fahrzeug- und Gerätereinigung stand an, um den aggressiven Mix aus Schnee, Dreck und Streusalz von der Technik zu waschen.
Nach insgesamt 10 erfolgreich abgearbeiteten Wintereinsätzen bedanken wir uns bei allen Kameradinnen und Kameraden für ihren unermüdlichen Einsatz in Kälte und Nässe, sowie bei der FF St. Pölten-Stadt, der Polizei und der ASFINAG für die gewohnt hervorragende Zusammenarbeit!
