40 Jahre Landeshauptstadt St. Pölten – Vier Jahrzehnte Veränderung. Die Aufgabe bleibt gleich!
- On 9. Juli 2026
Als St. Pölten am 10. Juli 1986 mit Beschluss des NÖ Landtages zur Landeshauptstadt Niederösterreichs wurde, ahnte wohl kaum jemand, wie stark sich unsere Stadt in den kommenden vier Jahrzehnten verändern würde. Neue Stadtteile sind entstanden, das Regierungsviertel wurde in Wurfweite des heutigen Feuerwehrhauses St. Pölten-Wagram errichtet, Unternehmen siedelten sich an und die Einwohnerzahl wuchs kontinuierlich. Aus einer Bezirksstadt wurde das politische und wirtschaftliche Zentrum Niederösterreichs.
Mit dieser Entwicklung veränderten sich auch die Anforderungen an die Freiwilligen Feuerwehren – so auch an die Freiwillige Feuerwehr St. Pölten-Wagram.
Ein Blick zurück: 1986
Vor 40 Jahren prägten vor allem Wohnhaus- und Wirtschaftsgebäudebrände, Verkehrsunfälle sowie kleinere technische Hilfeleistungen den Feuerwehralltag. Alarmiert wurde über Sirenen und Funkmeldeempfänger, Einsatzpläne lagen in Papierform vor, und Informationen wurden über Kartenmaterial und Ortskenntnis gewonnen.
Die Fahrzeuge waren robust und zuverlässig, technisch aber mit heutigen Standards kaum vergleichbar. Wärmebildkameras, Akkurettungsgeräte, digitale Einsatzführung oder Drohnen lagen damals noch in weiter Ferne.
Auch das Stadtbild war ein anderes: Viele heutige Wohngebiete existierten noch nicht, am Areal des Regierungsviertels gartelten St. Pöltnerinnen und St. Pöltner in ihren Schrebergärten, das Verkehrsaufkommen war deutlich geringer.
Heute – 40 Jahre später
Die Feuerwehren stehen heute vor einer deutlich größeren Bandbreite an Herausforderungen. Neben Bränden und Verkehrsunfällen zählen Unwettereinsätze, Starkregen, Hochwasser, Sturmschäden und Gefahrstoffeinsätze ebenso zum Einsatzalltag wie Einsätze bei Photovoltaikanlagen, Batteriespeichern und Elektrofahrzeugen.
Digitale Alarmierung, Digitalfunk, moderne Schutzbekleidung, Wärmebildkameras, computergestützte Einsatzführung und spezialisierte Fahrzeuge unterstützen die Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit. Gleichzeitig sind Ausbildung und regelmäßige Übungen umfangreicher geworden als je zuvor.
Gerade Ereignisse wie das Hochwasser im September 2024 haben eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig eine leistungsfähige Feuerwehr für eine wachsende Stadt ist. Solche Großschadenslagen verlangen nicht nur moderne Technik, sondern vor allem gut ausgebildete Feuerwehrmitglieder, die auch unter außergewöhnlichen Bedingungen professionell zusammenarbeiten.
Was sich nicht verändert hat
So sehr sich Technik, Fahrzeuge und Einsätze verändert haben – das Herzstück der Feuerwehr ist seit 40 Jahren dasselbe geblieben:
Menschen, die ihre Freizeit freiwillig für die Sicherheit anderer einsetzen.
Tag und Nacht, an Sonn- und Feiertagen, bei Hitze, Sturm oder Hochwasser stehen Frauen und Männer bereit, um zu helfen. Dieses ehrenamtliche Engagement ist heute genauso wertvoll wie im Jahr 1986.
Gemeinsam mit der Stadt gewachsen
Die Entwicklung der Landeshauptstadt und die Entwicklung der Feuerwehr gehen Hand in Hand. Wo neue Wohnhäuser entstehen, Betriebe wachsen oder Infrastruktur ausgebaut wird, steigen auch die Anforderungen an den Bevölkerungsschutz.
Die Freiwillige Feuerwehr St. Pölten-Wagram hat diesen Wandel in den vergangenen vier Jahrzehnten aktiv mitgestaltet und wird auch künftig ihren Beitrag leisten, damit die Menschen in unserer Stadt sicher leben können.
1986 ↔ 2026 – Ein Vergleich
Technik und Einsatzgeschehen
| 1986 | 2026 |
|---|---|
| Sirenen und Funkmeldeempfänger | Digitale Alarmierung und Digitalfunk |
| Papierkarten und Ortskenntnis | Digitale Einsatzunterstützung und Navigation |
| Klassische Fahrzeugtechnik | Hochmoderne Spezialfahrzeuge und Rettungsgeräte |
| Wohnhausbrände und Verkehrsunfälle als Schwerpunkt | Zusätzlich Hochwasser, PV-Anlagen, E-Mobilität, Gefahrstoffe und Extremwetter |
| Weniger Verkehr, geringere Bebauung | Wachsende Stadt mit komplexer Infrastruktur |
| Ehrenamtliche Feuerwehr | Ehrenamtliche Feuerwehr – unverändert das Fundament der Sicherheit |
Zahlen, Daten, Fakten
| 1986 | 2026 | |
|---|---|---|
| Einsätze | 107 | über 200* |
| Gesamtstunden | 6.830 | über 20.000 |
| Mitglieder | 96 (69 Aktive, 3 Reserve, 24 Jugend) | 144 (87 Aktive, 21 Reserve, 29 Jugend, 6 Kinderfeuerwehr) |
| Kommandant | Hans Brandstetter | Peter Strobl |
| Kommandant-Stellvertreter | Josef Zwetzbacher | Markus Steininger |
| Leiter des Verwaltungsdienstes | Günther Pfleger | Franz Patzl |
| Fahrzeuge | TLF 1000, RLFA 2000, KLF, KDOF, VF | HLF3 4000, RLFT 2400, KLF-W 800, KDOF, MTF, VF, Versorgungsfahrzeug |
* Hochrechnung auf Basis von 105 Einsätzen bis 30. Juni 2026.
Ein interessantes Detail am Rande: Der heutige Kommandant Peter Strobl wurde exakt vor 40 Jahren, im Jänner 1986, zum Probefeuerwehrmann ernannt und in den Aktivstand angelobt.
40 Jahre Landeshauptstadt bedeuten 40 Jahre Entwicklung
Die Freiwillige Feuerwehr St. Pölten-Wagram ist stolz darauf, diesen Weg gemeinsam mit der Stadt gegangen zu sein. Mit moderner Technik, laufender Ausbildung und vor allem mit engagierten Mitgliedern werden wir auch in Zukunft rund um die Uhr für die Sicherheit der Bevölkerung da sein.
Damals wie heute gilt: Unsere Technik hat sich verändert – unser Auftrag nicht!
